Kobie van Rensburg
Biographie
Die Metropolitan Opera in New York exemplifiziert die Präferenzen und Stärken des Tenors Kobie van Rensburg! Sein überaus erfolgreiches Debüt in New York fand im Dezember 2004 mit Händel’s „Rodelinda“ (René Fleming in der Titelrolle) statt und damit im Bereich der Barockmusik, einem Genre, in dem der Künstler heute einer der gefragtesten Spezialisten ist. Ende November und Anfang Dezember 2006 sang Kobie van Rensburg dann dort seine erste Titelrolle, den Idomeneo mit James Levine am Pult und mit Kollegen wie Magdalena Kozena und Dorothea Röschmann. Unmittelbar vor dem Gastspiel in den USA verkörperte Kobie van Rensburg die gleiche Rolle in einer Neuproduktion am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, den Don Ottavio an der Opéra National de Bordeaux, den Nerone am Grand Théâtre de Genève und den Pane am Münchner Nationaltheater. Im Februar 2007 hat Kobie van Rensburg in Halle nicht nur erneut den Orpheus (Monteverdi) gesungen, sondern auch sein gefeiertes Regie-Debüt gegeben.
Der im südafrikanischen Johannesburg geborene Tenor Kobie van Rensburg absolvierte neben dem Gesangstudiums bei Prof. Werner Nel auch Rechts- und Politikwissenschaften mit Auszeichnung an der ´Potchefstroom University for Christian Higher Education´. Bereits im Alter von 20 Jahren debütierte er 1991 als Belmonte in Mozarts “Entführung aus dem Serail” an der Roodepoort City Opera. Er gewann mehrere Gesangswettbewerbe in Südafrika, unter anderem “UNISA International Singing Competition 1994”. Mitte der 90ger Jahre verlegte Kobie van Rensburg seinen Wohnsitz nach München. Seither führen Kobie van Rensburg Gastspiele regelmäßig an Häuser wie die Berliner Staatsoper Unter den Linden, die Bayerische Staatsoper, die Opéra National du Rhin, die Opéra de Montpellier, das Teatro Sao Carlos Lissabon, das Théâtre du Capitole in Toulouse, die Opernhäuser von Madrid, Montpellier, Basel, Luzern, Stuttgart, Graz oder das Prinzregententheater in München.
Das Opernrepertoire Kobie van Rensburg´s umfaßt zahlreiche Hauptpartien Monteverdi´s (Orfeo und Nerone), Händel´s (Acis, Bajazete, Jupiter, Giuliano, Massimo, Oronte, etc. ), Mozart´s (Idomeneo, Tito, Tamino, Belmonte, Don Ottavio, Belfiore und Ferrando), sowie Peri´s Arcetro, Verdi´s Fenton, Lorzing´s Chateauneuff und Strauß´ Alfred um nur eine Auswahl zu nennen. Obwohl das Konzertrepertoire des Künstlers von der Renaissance bis zu Uraufführungen reicht, hat Kobie van Rensburg einen Schwerpunkt in der Barockmusik gesetzt. So ist er in Fachkreisen für seine Interpretationen von Händel, Bach und Monteverdi bekannt. Besonders mit diesem Repertoire war er bei so renommierten Festivals wie Salzburg, Schwetzingen, Luzern, Schleswig-Holstein, den Karlsruher- und Haller Händelfestpielen, den Innsbrucker Tagen Alter Musik sowie in Kairo und Buenos Aires (im Teatro Colon) zu Gast. Bei seinen Opern- und Konzertauftritten arbeitete Kobie van Rensburg mit den großen Häusern und Dirigenten Europas sowie mit faktisch sämtlichen auf Barockmusik spezialisierten Ensembles wie etwa Sir Eliot Gardiner (English Baroque Soloists & Monteverdi Choir), Ivor Bolton (Freiburger Barockorchester), Thomas Hengelbrock (Balthasar Neumann Ensemble), Christopher Hogwood (Academy of Ancient Music), René Jacobs (Concerto Vocale), Lorin Maazel, Peter Schneider, Helmut Rilling und Christophe Rousset (Les Talens Lyriques) sowie der Akademie für Alte Musik, Berlin – zahlreiche dieser Aufführungen wurden im Radio und Fernsehen übertragen.
2002 erlebte die von ihm kreierte barocke Pasticcio Oper „ein Theater nach der Mode“, die Kobie van Rensburg gemeinsam mit Peer Boysen, Regie im Gärtnerplatztheater auf die Bühne brachte, einen umwerfenden Erfolg – Publikum und Kritik waren gleichermaßen begeistert – die Wiederaufnahme und eine Fernsehaufzeichnung fanden im Herbst 2003 statt. Die Produktion kann als der Beginn eines neuen Arbeitsschwerpunktes des Künstlers gesehen werden, die Regie! Ein Beginn war in Halle der Orpheus (Monteverdi). In Passau führte Kobie van Rensburg im Winter 2009 Regie – in Folge der sehr erfolgreichen Produktion von „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“ gibt es dort eine langfristige Zusammenarbeit mit Monteverdi Opern fortgesetzt, im Dezember 2010 aktuell mit „L’incoronazione di Poppea“.
Einen weiteren Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens hat Kobie van Rensburg dem Liedgesang gewidmet. So gibt er seit Jahren Liederabende mit unterschiedlichen Programmen. Dabei liegt die Betonung auf einerseits englischen Komponisten „the land without music“, wiederum barocken Liedern, oder auch klassischer Zusammensetzung mit Beethoven, Schumann und Schubert.
Im Jahr 2007 gastierte Kobie van Rensburg unter anderem in München (La Calisto), Tourcoing (Il ritorno d´Ulysse), Paris (La clemenza di Tito), Zaragoza (Rodrigo), Mailand (Alcina) sowie Strassbourg (Idomeneo). 2008 fanden Produktionen in Bordeaux (Idomeneo) und Madrid (Idomeneo und Il Trionfo…) sowie Regiearbeiten, Konzerte und Liederabende statt. 2009 erlebte das Rollendebüt als Loge in Seattle. An die Metropolitan Opera New York kehrte Kobie van Rensburg im Jahr 2010 für eine Neuproduktion von Armida zurück. Künftige Pläne beinhalten u. a. eine Wiederaufnahme von Rodelinda in New York sowie eine Neuproduktion von Ulysse in Köln.
Erfolgreiche Solo-Veröffentlichungen dokumentieren das künstlerische Wirken des Künstlers – mit der Lautten-Compagney nahm er berühmte Tenorarien von Händel auf und später Werke von Dowland, Lawes und Purcell: „Händel´s Beard“ und „Songs of an English Cavalier“. Im November 2002 erschienen bei Harmonia Mundi die kompletten „Madrigali Guerierri et Amorosi“ von Monteverdi unter René Jacobs. Weitere Veröffentlichungen beinhalten Lieder von Fanny Mendelssohn sowie Oper, z. B. Corrado aus Scarlattis „Griselda“ sowie Don Basilio und Don Curzio aus Mozarts „Nozze di Figaro“.
Zuletzt aktualisiert am 08. Jun. 2011