Elisso Virsaladze (Klavier)
Biographie
Die Wurzeln einer der bedeutendsten Pianistinnen unserer Zeit liegen in Georgien, wo Elisso Virsaladze geboren und bereits in frühester Jugend von ihrer Großmutter, der großen Klavierpädagogin Anastasia Virsaladze prägend unterrichtet wurde. Nach Absolvierung des Konservatoriums in Tiflis verlegte die Künstlerin ihre Wirkungsstätte nach Moskau, wo sie im Alter von nur 20 Jahren einen dritten Platz beim Tschaikowsky Wettbewerb errang.
Dort vervollkommnete Elisso Virsaladze ihre Studien bei Heinrich Neuhaus und Yakov Zak. Beide Persönlichkeiten übten einen entscheidenden Einfluß auf die junge Pianistin aus und legten den Grundstein für ihre heutige herausragende Stellung in der großen Tradition russischer Klavierpädagogik, die Elisso Virsaladze am Moskauer Konservatorium und der Münchner Musikhochschule ihren Studenten vermittelt. Die Künstlerin ist gesuchtes Jury-Mitglied in so gut wie allen bedeutenden Klavierwettbewerben.
Den Komponisten des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts fühlt Elisso Virsaladze sich besonders verbunden – so enthalten ihre Programme häufig Werke von Mozart, Beethoven, Chopin, Liszt und Schumann. Im Alter von vierundzwanzig Jahren gewann die Künstlerin den ersten Preis beim Schumann Wettbewerb in Zwickau und bewies damit einmal mehr ihre besondere Gabe bei der Interpretation gerade dieses Komponisten, die von berühmten Kollegen und der Kritik in besonderer Weise gewürdigt wurde.
Seither hat Elisso Virsaladze mit einem umfangreichen Repertoire bis hin zur russischen Moderne in der ganzen Welt Erfolge gefeiert. Sie nimmt mit Ihrer einfühlsamen Gestaltungskraft heute eine herausragende Stellung im internationalen Musikbetrieb ein.
Mit Klavierabenden, in verschiedenen Kammermusikformationen und als Solistin bedeutender Orchester gastiert sie regelmäßig in den wichtigen Musikmetropolen und bei internationalen Festivals Europas, den USA und Japans. Mit der kongenialen Natalia Gutman musiziert die Künstlerin besonders häufig – das Duo interpretierte in der ganzen Welt schon fast alle berühmten Werke für Violoncello und Klavier. Von den zahlreichen Dirigenten, mit denen die Elisso Virsaladze konzertierte, sollen hier lediglich Rudolf Barschai, Kyril Kondraschin, Ricardo Muti, Kurt Sanderling, Wolfgang Sawallisch, Evgeny Svetlanov, Juri Temirkanov (zuletzt im Herbst 2006 in Taiwan, Japan und der Mailänder Scala) und Antoni Wit und genannt werden. Mit den Petersburger Philharmonikern spielt Elisso Virsaladze in der jüngeren Vergangenheit häufiger, als mit jedem anderen Orchester – in Petersburg, vielen anderen Ländern Europas, den USA und in Japan – dorthin gab es im Jahr 2003 erneut eine Tournee mit Orchesterkonzerten, Soloabenden und Kammermusik. Die USA im April und Südamerika im August prägten die Konzertreisen für 2005 neben Europa.
Konzerte von Mozart spielte die Künstlerin zum 250. Geburtstag des Komponisten in Kuala Lumpur, Brüssel und Kreuth. Das Schumann Konzert stand zum 150. Todestag des Komponisten in Düsseldorf, Moskau und Bonn auf dem Konzertplan, und die Programme der Klavierabende in Gent, Antwerpen, Budapest, Zürich und vielen anderen Europäischen Metropolen konzentrierten sich ebenfalls neben Chopin auf die Musik Robert Schumanns. Neben den genannten Komponisten standen 2006 Beethoven, Rachmaninoff und Tschaikowsky auf den Programmen weitere Orchesterkonzerte.
Das Jahr 2007 begann mit Kammermusik: Duos mit Natalia Gutman in Spanien, Brüssel, Mailand und Deutschland. Das Ravel-Konzert für die linke Hand war in Valencia zu hören, gefolgt von Mozart mit Royal Philharmonic in London im April. Ab Mai bestimmten dann zahlreiche Wettbewerbe den dicht gefüllten Terminkalender, darunter Brüssel, Japan, Portugal und Italien.
Zahlreiche Aufnahmen beim Label „Live Classics“, bei dem auch etliche Einspielungen mit Svjatoslav Richter, Oleg Kagan und Natalia Gutman erschienen sind, spiegeln die Vielfältigkeit des musikalischen Schaffens von Elisso Virsaladze wider.
Zuletzt aktualisiert am 16. Jan. 2008